Profil der Professur

Die Professur für Erziehungswissenschaften mit den Schwerpunkten Berufspädagogik/Schulpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist in ihrer Grundausrichtung vielfältig und eine Seltenheit in der Erziehungswissenschaft. Das liegt zum einen daran, dass die baden-württembergischen Pädagogischen Hochschulen „ein Solitär in der deutschen Hochschullandschaft" sind, deren zentrales Profilmerkmal die Praxisnähe darstellt.[1] An diesen Pädagogischen Hochschulen werden Lehrerinnen und Lehrer für alle Schulformen und darüber hinaus für nahezu alle organisierten Bildungsprozesse im Lebenslauf des Menschen ausgebildet. In diesem Sinne bilden die Pädagogischen Hochschulen als universitäre Bildungshochschulen Zentren, in denen die Initiierung von Bildungs- und Lernprozessen, die Schaffung von Lernumgebungen sowie die Förderung von Lernvoraussetzungen erforscht und vermittelt werden. Darüber hinaus bietet die Pädagogische Hochschule Heidelberg die Möglichkeit zur Promotion und zur Habilitation. Diese Möglichkeiten der wissenschaftlichen Qualifikation werden von der Professur begleitet und unterstützt.


 

Zum anderen verbindet die Professur die beiden Schwerpunkte Schul- und Berufspädagogik. Daraus ergeben sich in der Ausrichtung der Professur zwei weitere Perspektiven, die in dieser Kombination  ebenfalls eher selten in der Hochschullandschaft zu finden sind. Die Schulpädagogik beschäftigt sich als Teildisziplin der Erziehungswissenschaften mit den Fragestellungen des Lehrens und Lernens in staatlichen Organisationen. Sie wird an Hochschulen eher mit Fragen der Didaktik und der Schulentwicklung verbunden gelehrt. Die Berufspädagogik konzentriert sich auf Aus-, Fort- und Weiterbildungsprozesse, die konkret auf eine berufliche Tätigkeit ausgerichtet sind. Sie wird häufiger mit der Erwachsenen-, Arbeits- und Betriebspädagogik kombiniert. Die spezifischen Unterschiede der beiden Professur-Schwerpunkte liegen insbesondere in der Zielrichtung der jeweiligen Pädagogik, in der Struktur der Lerngruppen und in den unterschiedlichen Lernorten.  Diese Differenzen erfordern eine vielseitige Ausrichtung der Professur.

 

[1] Landesrektorenkonferenz (Hrsg.): Pädagogische Hochschulen in Baden-Württemberg. Veröffentlicht unter: http://www.ph-bw.de/typus.htm (Zugriff am 16.5.2010)

 

Arbeitsschwerpunkte der Professur

„Der einzige Weg, der Natur beizustehen, liegt darin, ihr scheinbares Gegenteil zu entfesseln, das unabhängige Denken.“  

 

(Max Horkheimer: Zur Kritik der instrumentellen

Vernunft. Frankfurt 1997,123)

Lehre und Forschung in den Schwerpunkten 

  • Übergänge von der Schule in den Beruf
  • Bildungspolitik - Entwicklung des Systems allgemeiner und beruflicher Bildung
  • Qualitätsentwicklung allgemeiner und beruflicher  Bildungsprozesse
  • Naturgemäße Berufsbildung - Bildung in der gesellschaftlichen Naturkrise